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„Die Arbeitsmedizin bietet viele berufliche Entwicklungsmöglichkeiten – mehr als andere Fachgebiete“

Porträt: Dr. Mathias Eisheuer, Facharzt für Allgemeinmedizin und Arbeitsmedizin beim Dienstleister für Arbeits- und Gesundheitsschutz MEDITÜV – TÜV NORD GROUP

Dr. Eisheuer schätzt die Vielseitigkeit seines Fachgebietes, die Gestaltungsfreiheit, persönlichen und beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten. Ausschlaggebend für die Entscheidung, nach der Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin auch die Gebietsbezeichnung Arbeitsmedizin zu erwerben aber war, Menschen helfen zu können, bevor sie krank werden: „In der kurativen Medizin steht das Heilen und Lindern im Vordergrund“, erzählt der gebürtige Hannoveraner. „Die Menschen kommen aber häufig zu spät, die Erkrankung ist schon manifest. In der Arbeitsmedizin kann man frühzeitig Risikofaktoren identifizieren, Vorsorge treffen, Menschen in ihrem individuellen Gesundheitsverhalten nachhaltig und positiv beeinflussen.“

„Die Arbeitsmedizin bietet eine Fülle unterschiedlicher Tätigkeiten, die ohne Karrierebruch wahrgenommen werden können. Während man als Anästhesist beispielsweise meist an einer Klinik und dort ausschließlich in seinem Fachgebiet tätig sein muss, kann man als Arbeitsmediziner je nach Neigung im Außendienst arbeiten oder in der Praxis, in der Forschung oder in der Verwaltung – und zwischen all diesen Möglichkeiten nahtlos wechseln. Man muss nicht von vorn anfangen.“

MEDITÜV: Bundesweit für die Gesundheit der Beschäftigten unterwegs

Wie viele junge Medizinerinnen und Mediziner wollte der heute 51-Jährige zunächst kurativ tätig sein. Sein Schwerpunkt „interventionelle Kardiologie“ wurde ihm jedoch bald zu eng. „Dann lernte ich einen Arbeitsmediziner kennen, der mir den TÜV als Weiterbildungsträger für Arbeitsmedizin und als Arbeitgeber empfahl“, erzählt Dr. Eisheuer. Der bundesweit tätige, überbetriebliche Dienst MEDITÜV – übernimmt die arbeitsmedizinische Vorsorge- und Betreuungsleistungen für Beschäftigte. Insgesamt 35 angestellte und freiberufliche Ärztinnen und Ärzte arbeiten in den 18 Zentren. Die funktionieren ähnlich wie allgemeinmedizinische Praxen, nur eben ohne Behandlung: Die Beschäftigten der betreuten Unternehmen bekommen einen Termin, werden untersucht und beraten. Darüber hinaus sind die Ärztinnen und Ärzte vor Ort in den Betrieben ihres Einzugsgebietes unterwegs, etwa zur Beurteilung von Gesundheitsrisiken an dem jeweiligen Arbeitsplatz. Das mache die Arbeit so spannend und vielseitig, sagt Dr. Eisheuer. Nach drei Jahren als Arzt im Außen- und Innendienst übernahm er 2004 die Zentrumsleitung in Hannover. Wie jeder Unternehmer ist er seither für dessen Wettbewerbsfähigkeit am Markt verantwortlich: für die Auftrags- und Personalentwicklung, die Honorarverhandlungen und Entwicklung neuer Angebote.

Liebe auf den Zweiten Blick

„Als junger Mediziner hat man die Arbeitsmedizin nicht gleich im Blick“, weiß Dr. Eisheuer aus eigener Erfahrung. „Das liegt daran, dass es kein heilendes Fachgebiet ist, in das angehende Ärztinnen und Ärzte in der Regel als erstes streben.“ Wenn jedoch die Gesunderhaltung des Menschen, weniger die Behandlung und Heilung im Mittelpunkt stehe, dann könne die arbeitsmedizinische Betreuung sehr viel mehr ausrichten als andere Fachrichtungen. „Wir erreichen die Menschen in ihrer Lebenswelt ‚Arbeit‘, in der sie meist acht und mehr Stunden verbringen“, so Dr. Eisheuer. Studien belegen, dass die Arbeitsmedizin Erkrankungen – beispielsweise Diabetes – mehrere Jahre früher als die Allgemeinmedizin erkennen könne. „Das macht für den betroffenen Menschen einen großen Unterschied“, so Dr. Eisheuer. „Und diesen Unterschied zu machen, ist sehr befriedigend.“

Curriculum Vitae

Dr. med. Mathias Eisheuer ist seit mehr als 15 Jahren für den MEDITÜV GmbH & CO. KG als Facharzt für Arbeitsmedizin tätig. Nach dem Studium der Humanmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover folgten Tätigkeiten in Großbritannien, an der Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum sowie in niedergelassenen Praxen. Als Arbeitsmediziner verfügt er über diverse Zusatzqualifikationen u. a. im Bereich Ernährungs- und Reisemedizin, Strahlenschutz und Offshore, im Jahr 2014 erfolgte der Abschluss des Studiums „Master of Business Administration (MBA) – Health Care Management“.
Herr Dr. Eisheuer leitet drei arbeitsmedizinische Zentren und ist als Fachleiter des Bereichs Arbeitsmedizin und Betriebliches Gesundheitsmanagement für die Erstellung fachlicher Standards und Leitlinien beim MEDITÜV zuständig.

Kernkompetenz: leidenschaftlicher Präventionsmediziner, sieht in Veränderungen Chancen, verbindet unternehmerisches und medizinisches Denken

2018-05-23T12:04:55+00:00