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„Wert eines modernen betrieblichen Gesundheitsmanagements“

Porträt: Professor Dr. Christoph Oberlinner, Betriebsarzt bei BASF SE, Corporate Health Management, Ludwigshafen

Schon als junger Arzt, nach Zwischenstationen in Neurologie und Innerer Medizin, zog es Christoph Oberlinner in die Arbeitsmedizin: „Mich interessierte vor allem, wie ein Unternehmen im Unterschied zur Klinik oder Praxis auf die Gesundheit blickt“, erzählt der heute 44-Jährige. Davon ist er bis heute begeistert: „In der Arbeitsmedizin stehen Prävention und Vorsorge im Vordergrund. Wir beraten die Beschäftigten in Bezug auf Ihre Tätigkeit und nutzen gleichzeitig das Setting „Arbeitsplatz“ für eine allgemeine Prävention. In einem modernen betrieblichen Gesundheitsmanagement sehe ich mich als Werksarzt in einer wichtigen Lotsenfunktion.“

Ich bin seit mehr als zehn Jahren praktizierender Arbeitsmediziner in einem Großunternehmen – und das mit großer Leidenschaft und Begeisterung. Die Prävention im ‚Setting Arbeitsplatz‘ stellt eine wertvolle Ergänzung des haus- und fachärztlichen Versorgungssystems in Deutschland dar: im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge erreichen wir dabei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem für präventive Maßnahmen idealen Alter.

Arbeitsmedizinische Vorsorge und allgemeine Prävention

Den Großteil seiner Arbeitszeit verbringt Professor Dr. Oberlinner mit der arbeitsmedizinischen Beratung von Beschäftigten sowie klassischen Vorsorgeuntersuchungen. „Dabei betrachte ich Menschen nicht ausschließlich als Beschäftigte in ihrem Bezug zu ihrem Arbeitsplatz“, erklärt der gebürtige Ludwigshafener. „Wir sprechen vielmehr ganzheitlich: auch über private Probleme, Stress, falsche Ernährung oder zu wenig Bewegung.“ Das Schöne sei, dass man alle Beschäftigten regelmäßig sehe und dadurch persönlich kenne. Im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen erreicht man dabei auch Menschen, die im allgemeinen Gesundheitssystem eher selten zu Ihrem Hausarzt gehen. „Auch diese Nähe des Arbeitsmediziners zu den Menschen ist sehr wertvoll.“

Lehre, Forschung, Austausch vor Ort und in der Welt

Zusätzlich zu seiner Werkstätigkeit lehrt Professor Dr. Christoph Oberlinner seit 2010 Arbeitsmedizin an der Universitätsmedizin in Mainz. Darüber hinaus tauscht er sich konzernweit mit den Kolleginnen und Kollegen über neue arbeitsmedizinische Forschungsergebnisse aus. „Das ist natürlich das Besondere, wenn man in einem internationalen Unternehmen arbeitet“, erklärt er. „Im Rahmen meiner wissenschaftlichen Tätigkeit und der aktiven Mitarbeit in Gremien, kann man so auch die Zukunft der Arbeitsmedizin mitgestalten.“

Von der Arbeitsmedizin zum einem modernen BGM

Das alles umfasst die Arbeitsmedizin. „Meine Arbeit ist so vielfältig und hat viel Power!“. Professor Oberlinner sieht in der Arbeitsmedizin sehr viele Chancen und auch zukünftige Herausforderungen. Themen wie der demographische Wandel, Digitalisierung, zunehmende Komplexität in der Arbeitswelt erfordern angepasste Konzepte für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. „Prävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und muss alle Lebensbereiche mit einbeziehen. Vor allem bei der Primärprävention und Früherkennung von Erkrankungen müssen innovative Wege beschritten werden. Dazu sollten die Menschen in den Lebenswelten angesprochen werden, in denen sie sich alltäglich bewegen. Maßnahmen in jenen Lebensbereichen, wo Menschen in der Regel den größten Teil ihrer Zeit verbringen, beispielsweise dem Arbeitsplatz, gelten deshalb als erfolgversprechend.“

Curriculum Vitae

Studium und Ausbildung. *1974 in Ludwigshafen, 1993-2000 Medizinstudium und Promotion in Heidelberg, 2006 Facharzt für Arbeitsmedizin, 2010 Habilitation für das Fach Arbeitsmedizin, 2016 Außerplanmäßige Professur für das Fach Arbeitsmedizin an der Universitätsmedizin Mainz.

Berufsweg: 2009-2011 Vice President „Gesundheitsförderung und Kommunikation“ in der Abteilung Corporate Health Management der BASF SE; seit 2011 Vice President „Wissenschaftliche Evaluation und Internationale Gremien“.

Kernkompetenz: auf neue unternehmerische Herausforderungen wie die Digitalisierung mit unterstützenden Präventionskonzepten reagieren; neue arbeitsmedizinische Instrumente wie die Telemedizin anschieben; Arbeitsmedizin im internationalen Kontext wissenschaftlich vorantreiben.

2018-05-23T08:44:11+00:00