Universitätsklinikum Tübingen

Institut für Arbeitsmedizin, Sozialmedizin und Versorgungsforschung in Tübingen

Das Institut ist das einzige arbeitsmedizinische Institut in Baden-Württemberg. Die Universität wurde 1477 gegründet und gehört zu den zehn ältesten Deutschlands. Die älteste ist die Uni Heidelberg, sie wurde 1386 gegründet.

  • Internationale Spitzenuniversität, seit 2012 Elite-Uni
  • mit insgesamt rund 28.000 Studierenden,
  • von diesen sind rund 3.500 Medizinstudentinnen und -studenten,
  • Es gibt 160 Studienplätze zur Aufnahme des Studiums der Humanmedizin jeweils zum Sommer- und Wintersemester

Prof. Dr. Monika Rieger

Was die Uni besonders macht?

von Professorin Dr. med. Monika Rieger, Lehrstuhlinhaberin und Ärztliche Direktorin am Institut für Arbeitsmedizin, Sozailmedizin und Versorgungsforschung

Studieninhalte: Nah an der Lebenswelt der Studierenden und dem Berufsalltag

„Wir richten unsere Lehrthemen an der Lebenswelt der Studierenden aus. Das heißt: Wir erörtern anhand unserer Forschungsthemen das Fach Arbeitsmedizin. Beispiel: Wie wirken sich unterschiedliche Operationstechniken wie die Schlüsselloch- oder Roboter assistierte Chirurgie auf die Gesundheit des Operateurs, der Operateurin aus? Oder: Welche arbeitsmedizinischen Gesundheitsrisken ergeben sich aus dem Umgang mit Gefahrstoffen oder Infektionen in Kliniken und Gesundheitseinrichtungen? Damit sind wir ganz nah an den Studierenden dran. Auch bieten wir eine halbtägige Exkursion in einen Betrieb außerhalb unserer Uni an. Die Begehung ist verpflichtend. In Gruppen à zwanzig Personen besuchen wir beispielsweise Autobauer oder Zulieferer aus der Region. Die Busfahrt dorthin zahlt die Fakultät, vor Ort erklären Betriebsärztinnen und -ärzte praxisnah ihre Tätigkeit. Damit erleben unsere Studierenden vor Ort, was Arbeitsmedizin bewirkt.“

Außerdem können Studierende das Wahlfach „Arbeitsmedizin im Betrieb“ wählen. Das heißt: Sie hospitieren eine Woche lang bei einem Betriebsarzt, einer Betriebsärztin. Das bedeutet: Sie sind in der Regel viel unterwegs, da ihre Anleiter und Anleiterinnen sie entweder zu den verschiedenen Unternehmen – Kneipen, Theater, Kitas – oder innerhalb ihres Unternehmens an die unternehmenseigenen Einsatzorte – Produktion, Verwaltung, Vertrieb – mitnehmen. Zu den Unternehmen, die Hospitationen anbieten, gehören namhafte Autobauer und Elektronik-Unternehmen unserer Region.“

Lehre: Viel qualifiziertes Lehrpersonal, eine hohe Authentizität der Lehre und eine sehr gute finanzielle Ausstattung

„Wir sind insgesamt rund zehn Lehrpersonen, alle sind in der Arbeits- bzw. Betriebsmedizin forschend oder praktisch tätig. Dadurch können wir die arbeitsmedizinischen Lehrinhalte anschaulich, begeisternd und lebensnah vermitteln. Wir beauftragen auch unsere Weiterbildungsassistenten und -assistentinnen mit der Lehre. Sie können Studierende wahrhaftig und glaubwürdig Auskunft darüber geben, was sie an dem Fachgebiet fasziniert und warum sie als Arbeitsmediziner oder Arbeitsmedizinerin tätig werden wollen. Dabei wird unser Institut über den Landes-Arbeitgeberverband Südwestmetall gefördert: Sie finanzieren den Lehrstuhl, die Forschungsprojekte und eine praxisnahe Lehre für die Studierenden. Über diese Verbindung hinaus sind wir mit einer Vielzahl an Unternehmen in Kontakt, die bereit sind, unseren Studierenden Hospitationen oder Betriebsbegehungen zu ermöglichen. So können die jungen Leute aus einem bunten Blumenstrauß spannender Einsatzorten wählen.“

Praxisbezug: Dem Institut gelingt der Transfer zwischen Forschung, Lehre und Umsetzung

„Unser arbeitsmedizinisches Institut ist sowohl in der Forschung und Lehre als auch betriebsärztlich in der Praxis tätig. Das heißt: Unsere Betriebsärztinnen und -ärzte betreuen alle Studierenden, das gesamte Uni-Personal und die Beschäftigten der angrenzenden Betriebe der Universität Tübingen wie Gärtnerei, Tierhaltung, Werksstätten, Schreinerei etc. Durch die Vernetzung von Theorie und Praxis in einem Institut gelingt uns der permanente Transfer zwischen Forschung, Lehre und Umsetzung. Das führt zu einer großen Lebensnähe unserer Forschung und Lehre, da die Themen, die wir erforschen, aus der unmittelbaren Praxis kommen. Umgekehrt fußt die betriebsärztliche Tätigkeit auf Daten und Fakten sowie einer evidenzbasierten Medizin.“

Schwerpunkte

Die Versorgungsforschung:  hat den erwerbstätigen Menschen im Fokus. Die Forschungsfragen lauten beispielsweise:

  • Welche Schutzmaßnahmen werden akzeptiert?
  • Wie denken Beschäftigte über Arbeitsschutz-Maßnahmen?
  • Wie können Betriebsärzte und -ärztinnen innerhalb des Systems gut mitarbeiten?
  • Wie sollten die Schnittstellen zur Reha- oder Hausarzt-Medizin gestaltet werden?
  • Wie können betriebsärztliche Angebote so gestaltet werden, dass sie sowohl den Anforderungen einer evidenzbasierten Medizin entsprechen als auch in die Betriebe passen?

Die Arbeitsphysiologische Forschung: zielt auf die gesundheitsförderliche Arbeitsgestaltung. Die Forschungsfragen lauten beispielsweise:

  • Wie gestalte ich Arbeitsplätze so, dass sie bestenfalls gesundheitsförderlich, mindestens aber nicht schädlich sind?
  • Wie lange können Menschen stehen, ab wann steigt das Risiko, dass sich Ödeme bilden?
  • Ab wann wird Arbeit zum Stress und wie lässt sich ein guter Umgang ermöglichen?