18.02.2021

Lydia von Wintzingerode freut sich auf vier Monate praxisnahe Arbeitsmedizin

Im Förderjahr 2021 / 2022 unterstützt das Aktionsbündnis Arbeitsmedizin die 26 Jahre alte Medizinstudentin Lydia von Wintzingerode mit einmalig 1.500 Euro in ihrem Praktischen Jahr. Ihr drittes und letztes Tertial absolviert die gebürtige Schleswig-Holsteinerin beim Mitteldeutschen Institut für Arbeitsmedizin in Leipzig.

Wie haben Sie von den Stipendien des Aktionsbündnisses erfahren?

Über eine Anzeige in der Mitgliederzeitschrift des Marburger Bundes. Ich habe mich aber schon während des Studiums für die Arbeitsmedizin interessiert: Alle anderen klinischen Fächer nahmen so viel Raum ein! Da habe ich mir die kleineren, aus meiner Sicht spannenderen Fächer angeschaut. Und da ich mir nicht vorstellen kann, ausschließlich klinisch und in einer Klinik zu arbeiten, habe ich die Arbeitsmedizin für mich entdeckt.

Was finden Sie daran spannend?

Den Präventionsgedanken. Die unterschiedlichen Untersuchungsmethoden. Das breite Altersspektrum! Endlich kommt man mal an die 16- bis 67-Jährigen heran, ohne dass die gleich ernsthaft krank sind! Das ist doch so: Gerade diese Altersklassen gehen ja eher selten zum Arzt. Das macht mir Freude: dass ich mit diesen Menschen in Kontakt komme und sie länger begleiten kann. Ich muss mich nicht auf eine Zielgruppe, etwa auf Kinder oder Hochbetagte, oder auf ein Organ spezialisieren.

Worauf freuen Sie sich, wenn Sie beim Institut für Arbeitsmedizin anfangen?

Tatsächlich auf so gut wie alles: auf die Gespräche mit den Menschen in den betreuten Betrieben. Die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen am Institut. Auf die vielfältigen Einsatzorte! Das Institut betreut beispielsweise die Berufsfeuerwehr. Da können wir dann selbst mit Atemmasken und voller Montur herumlaufen, um ein Gefühl für die Belastungen zu bekommen.

Können Sie sich vorstellen, später als Arbeitsmedizinerin tätig zu werden?

Klar. Ich finde den Gedanken später in einer Praxis zu arbeiten sehr verlockend. Im Vergleich zur Klinik sind dort die Hierarchien flacher und die Arbeitsabläufe dynamischer. Da passt Arbeitsmedizin gut zu mir.

Studierte erst Biochemie, dann Humanmedizin und absolviert jetzt ihr Praktisches Jahr unter anderem in der Arbeitsmedizin: Lydia von Wintzingerode
(Foto: © Andreas Stedtler )